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Tuesday, 6 January 2015

Ist Russland der ideale Feind für westliche Kapitalisten?

von Dagmar Henn, Saker auf Deutsch, 28/12/2014

Es ist nicht alle Tag Krieg, ich muss mich tummeln
Brecht, Mutter Courage und ihre Kinder

Wenn sie über die Ökonomie des Krieges nachdenken, betrachten die Meisten geopolitische Interessen und den militärisch-industriellen Komplex. Das mag für die kleineren Kriege zutreffen, aber es untertreibt die Auswirkungen der großen. Ganze industrielle Imperien entstanden aus Kriegsgewinnen, und das nicht nur auf dem Feld der Waffenproduktion. Die Quandt-Dynastie (ihnen gehört BMW, u.a.) begann mit dem Verkauf von Uniformen während des ersten Weltkriegs und profitierte im zweiten von Sklavenarbeit. Bertelsmann, einer der weltgrößten Medienkonzerne, wurde durch den Verkauf von 20 Millionen Büchern an die Wehrmacht von einem kleinen Verlag christlicher Erbauungsliteratur zu einem großen Verlag. Und als der Chemiekonzern IG Farben nach dem zweiten Weltkrieg zerschlagen und aus ihm die drei Nachfolgefirmen BASF, Bayer und Hoechst geschaffen wurden, war jeder dieser Teile allein so groß wie die gesamte IG Farben vor dem Krieg. Sie hatten erklecklich Profit aus der Lieferung synthetisierten Benzins geschlagen… (um nicht von den unheimlicheren Produkten wie Zyklon B zu reden).
Für eine Industrie, die verzweifelt auf der Suche nach Nachfrage ist, ist dies der ultimative keyenesianische Kick. Ein großer Krieg ist programmierte Obsoleszenz auf Speed – Produkte, die zur Zerstörung bestimmt sind, auf einem Markt ohne Wettbewerb, gezahlt vom Abnehmer am Ende der Nahrungskette, dem Staat, der seinerseits darauf setzt, die Kosten durch Plünderung wieder zu refinanzieren. Wenn die Wette schiefgeht und der Krieg verloren – nun, dafür wurden Schweizer Nummernkonten schließlich erfunden…
Die jetzige Wirtschaftskrise ist keine der Finanzen. Das ist nur die Oberfläche. Die Welle der Deindustrialisierung, die in den letzten Jahrzehnten über die meisten westlichen Volkswirtschaften geschwappt ist, spricht eine andere Sprache. Die Industrie wurde zu effizient; sie erzeugt nicht genug Beschäftigung, daher reichen die gezahlten Löhne nicht aus, um für all die produzierten Produkte zu zahlen. Eine Zeit lang konnte dieses Problem durch kreditfinanzierten Konsum (vor allem in den USA) und den Wanderzirkus der Produktionsverlagerung in Billiglohnländer hinausgezögert werden; aber nun ist es aufgeschlagen, mit Wucht. Die industrielle Produktion hat sich so gut wie nirgends so weit erholt, dass sie das Niveau von 2008 wieder erreicht hat; also selbst wenn es einen wohltätigen Zauberer gäbe, der die Staatsschulden aus dem System entfernt, selbst das gesamte fiktive Kapital, Derivate oder MBS oder wie auch immer es genannt wird – wir befänden uns immer noch in der Sackgasse.
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