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Wednesday, 21 January 2015

Versteckter Webfehler des islamischen Glaubens?

Leserbrief von Jörg Meyer
Berliner Zeitung, 17./18. Jan.2015


Angesichts des aktuellen Schocks von Paris und der Tatsache, dass es überall in der westlichen Welt, also auch bei uns, zu solchen Taten kommen kann, ist anzunehmen, dass die Gesellschaft in ihren Positionen in Bezug auf den Islam unversöhnlicher wird.



Es scheint nicht mehr zu genügen, Stereotyp darauf hinzuweisen, dass die Mehrheit der Muslime friedliebend und hier integriert sind. Die mantrahaften Antworten vieler politisch und religiösen Verantwortlichen, dass der Islam mit Islamismus gleich zu setzen ist, greift offensichtlich zu kurz. Das Problem geht meines Erachtens viel weiter. Warum können sich Attentäter und Schlächter auf den Propheten Mohammed und den Islam berufen, gleichwohl wie auch friedliebende Muslime? Wir beobachten weltweit muslemische Attentäter, die sich auf den Glauben berufen. Bei anderen Religionen wie Hindus, Buddhisten, Zeugen Jehovas oder Methodisten oder wer weiß findet man diese Phänomene nicht. Was ist der Versteckte Webfehler des Glaubens? Gibt es profunde Antworten von kompetenter Seite in der westlichen oder muslimischen Welt?


Hat eine Auseinandersetzung der Muslime mit dem offensichtlichen Widerspruch stattgefunden, der über das Stereotyp: Das sind Verirrte, die den Glauben falsch interpretieren, hinausgeht? Welche Art von Selbstreinigung, von Aufklärung, gibt es in der muslimischen Gemeinde- der Umma- weltweit? Wann nimmt der Islam Abschied vom weltdurchdringenden Anspruch und schafft die Abkehr davon, sich als alleinig vollkommene Religion zu definieren? Nur eine Antwort auf diese Kernfrage bietet eine Chance auf Akzeptanz in der westlichen Welt. Ich kann mir nur vorstellen, dass Menschen aus den demokratischen Staaten es als Ziel ansehen, den „Islamic Way of Live“, wie in Saudi Arabien, Iran oder Irak nachzueifern. Von Frauenrechten über Rechte von homosexuellen bis hin zu Pressefreiheit sind diese Staaten, in denen der Islam Staatsreligion ist, in keiner Weise attraktiv. Alle diese Punkte schaffen offensichtlich den Grund für eine breite Ablehnung des Islams in Deutschland. Und über die Grenzen geschaut, formiert sich in ganz Europa hier Widerstand. Ob es sich jemals ändert, liegt vornehmlich an Willen zur Aufklärung in Islam bei den Muslimen weltweit selbst.

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