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Sunday, 8 February 2015

Angehörige der vermissten mexikanischen Studenten von Ayotzinapa zur UNO in Genf

Von Sergio Ferrari, 2.2.2015
Übersetzt von Michèle Mialane, herausgegeben von Fausto Giudice, Tlaxcala
« Man darf uns nicht mehr belügen. Wir wollen Gerechtigkeit !
„Wir wollen unsere Kinder zurück! “
„Internationale Unterstützung gibt uns Kraft“
Die Familie zweier der vermissten Studenten der Landlehrerschule von Ayotzinapa - in Begleitung von zirka 10 mexikanischen Menschenrechtsorganisationen - waren kürzlich in Genf; sie vertraten sämtliche betroffene Familien.
Ihr Ziel war es, ihre tiefste Empörung über die Ende September 2014 im mexikanischen Bundesstaat Guerrero erfolgten Ereignisse vor die Vereinten Nationen zu tragen und sie mit der internationalen Gemeinschaft zu teilen. „Und auch, zu fordern, dass man uns unsere Kinder lebend zurückgibt“, betont Bernabé Abrajan Gaspar, der Vater von  Adán Abrajan de la Cruz,, einem kaum 24jährigen Opfer.
„Wir können nicht hinnehmen, dass unsere Kinder tot sind. Vermisst sind sie“ , erklärte am Anfang dieses Gesprächs Bernabé Abrajan Gaspar.  „Deswegen sind wir nach Genf gekommen; damit man uns hilft, sie wieder zu finden“. Wir haben „4 Monate lang intensiv gesucht“ und nun ist es Zeit, dass die mexikanischen Behörden „mit den Lügen aufhören“. Die Familien versichern, dass sie absolut kein Vertrauen mehr zu den Institutionen ihres Landes haben.
„Nun bleibt uns nur noch die internationale Unterstützung, um die Rückkehr unserer Lieben  zu erlangen“. Und damit uns Gerechtigkeit widerfährt. „Die Polizisten haben sie entführt. Wir fordern, dass sie und unsere Kinder zurückgeben. Und lebend“.
Alle Machtsstellen - Stadtverwaltung, Bundesstaat und Bundesregierung- teilen sich die Verantwortung. „Uns kann man nicht vormachen, dass die Regierung,  um das Verhalten des Bundesstaates und der Verantwortlichen in den Gemeindeverwaltungen nicht weiß...
Der Auftritt der  Familien der Vermissten von Iguala in  Genf blieb nicht unbemerkt. Ihr Zeugnis war besonders aussagekräftig am UNO-Sitz, als die Arbeitsgruppe über gewaltsames und unfreiwilliges Verschwindenlassen den mexikanischen Fall am Montag den 2. und Dienstag den 3. Februar behandele. Auch fanden öffentliche Aktionen statt sowie Pressekonferenzen, die mit der Unterstützung der Weltorganisation gegen Folter - eine internationale Allianz von 311 Organisationen weltweit - und  der Peace Brigades International (PBI) organisiert wurden.

Die offizielle Rhetorik
Der offizielle mexikanische Bericht über Anwendung des Internationalen Übereinkommen zum Schutz aller Personen vor dem Verschwindenlassen wurde von mehreren offiziellen Instanzen unterstüzt:
 „Diese Unterstützung erfolgt unter besonders schmerzlichen Umständen, die weltweit Empörung und Ablehnung ausgelöst, aber auch den Willen erzeugt haben, entschlossen und fest zu kämpfen, damit die Forderung nach  Wahrheit und Gerechtigkeit erfüllt wird“: so heißt es im Dokument, das in Genf im Laufe der Debatten in der UNO vorgelegt wurde.
Bezüglich der Studenten von Ayotzinapa erklärten Mexikos offizielle Vertreter,  dass „ deren unfreiwilliges Verschwinden wieder einmal zeigt, dass wir uns weiter mit den Problemen im Zusammenhang mit Armut, Ausgrenzung und Korruption beschäftigen müssen, wenn wir das organisierte Verbrechen und die damit einhergehende Gewalt bekämpfen wollen ...“
So lautet die förmliche Einleitung der ungefähr 20 Minuten langen Reden und der zirka 10 Seiten des Dokuments, anhand derer die Vertreter  des Sekretariats für internationale Beziehungen, des Obersten Staatsanwalts der Republik und der Gouverneurkonferenz versucht haben, die Fortschritte der Politik des mexikanischen Staates hinsichtlich der Vermissten zu belegen.
„Es gibt.... Tausende Vermisste“
Unsere Kinder,  die 43 Studenten der Landlehrerschule, sind Teil der Tausende mexikanischer Vermisster“, betont Bernabé Abrajan Gaspar. Er versichert, dass die Mobilisierung um die Studenten von Iguala eine signifikante Protestwelle ausgelöst hat. „Wir erheben unsere Stimme, um das Drama aller Vermissten ins Licht zu rücken und anzuprangern. Und andere werden sich uns anschließen Und nun vernichtet er anhand der eigenen Erfahrung die verschiedensten offiziellen Argumente. „Zuerst hat man uns gesagt, dass unsere Kinder in Massengräbern verscharrt worden waren. Dann, dass sie verbrannt worden waren. Und später, dass sie in den Fluss geworfen worden seien. Immer wieder an der Nase herumgeführt. Man hat versucht, die Akten zu schließen, damit von unseren Kindern keiner mehr spricht.“ Aber -wiederholt er bewegt- „wir werden keine Antwort von Seiten der Regierung hinnehmen. In Mexiko  genießen wir eine breite soziale Unterstützung und wir verlassen uns auf  die internationale Solidarität. All das gibt uns Kraft. Und wir werden weiter kämpfen, um unsere Kinder lebend wieder zu finden“. Und zum Schluss schießt es mit der Kraft des Zeugnisses und der Schlichtheit des Bauern aus ihm hervor: „Wir bitten alle Völker und Regierungen weltweit, auf die mexikanische Regierung Druck auszuüben, damit eine würdige Lösung gefunden wird. Wir wollen nur weitere Unterstützung um unsere Kinder wieder zu finden.“

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