Pages
Pages
Libellés
Maps Cartes Mapas نقشه ها خرائط
26/04/2026
12/12/2025
FR -> EN | ES | DE | La stratégie américaine 2025 : un récit pour masquer un changement de centre de gravité
NSS 2025 : Narrative to conceal a shift in the centre of gravity
Relato para ocultar un cambio de centro de gravedad
Erzählung, die eine Verschiebung des strategischen Schwerpunktes überdeckt

La stratégie américaine 2025 : un récit pour masquer un changement de centre de gravité
La nouvelle Stratégie nationale de sécurité (NSS) publiée début décembre a été lue comme un retour de la doctrine Monroe, un durcissement trumpiste ou un simple recentrage anti-chinois. En la reprenant à la lettre et en la replaçant dans la séquence du 8–11 octobre, lorsque la Chine a montré qu’elle pouvait remodeler l’équilibre mondial sans tirer un coup de feu, une autre image apparaît : celle d’une puissance qui écrit à l’intérieur d’un ordre déjà structuré par Beijing, où l’hémisphère occidental n’est plus isolable et où l’Europe est traitée comme un risque à encadrer plutôt qu’un levier. La NSS 2025 proclame le « non-interventionnisme sélectif », renonce aux changements de régime, reconnaît implicitement l’emprise matérielle chinoise et requalifie la Russie en facteur de stabilisation continentale. Ce texte n’ordonne plus le monde : il tente de stabiliser un récit alors que le centre de gravité stratégique s’est déplacé hors de portée des USA.
The 2025 U.S. National Security Strategy: a narrative to conceal a shift in the centre of gravity
The new National Security Strategy (NSS) published in early December has been read as a return of the Monroe Doctrine, a Trumpesque hardening or a simple anti-China refocus. If we take it literally and place it back in the 8–11 October sequence, when China showed it could reshape the global balance without firing a shot, a different picture emerges: that of a power writing inside an order already structured by Beijing, where the Western Hemisphere is no longer isolable and Europe is treated as a risk to be managed rather than a lever. The 2025 NSS proclaims “selective non-interventionism”, renounces regime change operations, implicitly acknowledges China’s material grip and recasts Russia as a factor of continental stabilisation. This text no longer orders the world: it tries to stabilise a narrative at a time when the strategic centre of gravity has moved out of reach of the United States.
👉 Read the article on Substack
La estrategia nacional de seguridad 2025 de USA: un relato para ocultar un cambio de centro de gravedad
La nueva Estrategia Nacional de Seguridad (NSS) publicada a principios de diciembre fue leída como el regreso de la doctrina Monroe, un endurecimiento trumpista o un simple recentraje antichino. Si se la toma al pie de la letra y se la recoloca en la secuencia del 8 al 11 de octubre, cuando China demostró que podía remodelar el equilibrio mundial sin disparar un solo tiro, aparece otra imagen: la de una potencia que escribe dentro de un orden ya estructurado por Beijing, donde el hemisferio occidental ya no es aislable y donde Europa es tratada como un riesgo que hay que encuadrar más que como un palanca. La NSS 2025 proclama el “no intervencionismo selectivo”, renuncia a los cambios de régimen, reconoce implícitamente la impronta material china y reclasifica a Rusia como factor de estabilización continental. Este texto ya no ordena el mundo: intenta estabilizar un relato en el momento en que el centro de gravedad estratégico se desplazó fuera del alcance de USA.
👉 Leer el artículo en Substack
Die US-amerikanische Sicherheitsstrategie 2025: eine Erzählung, die eine Verschiebung des strategischen Schwerpunktes überdeckt
Die neue Nationale Sicherheitsstrategie (NSS), die Anfang Dezember veröffentlicht wurde, ist vielfach als Rückkehr zur Monroe-Doktrin, als trumpistische Verschärfung oder als einfache Neuausrichtung gegen China gelesen worden. Liest man sie jedoch wörtlich – und setzt sie in Beziehung zu der Sequenz vom 8. bis 11. Oktober, als China zeigte, dass es das globale Gleichgewicht verändern kann, ohne einen Schuss abzugeben –, entsteht ein anderes Bild: das einer Macht, die in einem bereits von Peking strukturierten Ordnungsrahmen schreibt, in dem die westliche Hemisphäre nicht mehr isolierbar ist und Europa eher als Risiko zu kontrollieren denn als strategischer Hebel behandelt wird. Die NSS 2025 verkündet einen „selektiven Nichtinterventionismus“, verzichtet auf Regimewechsel, erkennt implizit die materielle Dominanz Chinas an und stuft Russland als Faktor kontinentaler Stabilisierung neu ein. Dieses Dokument ordnet die Welt nicht mehr; es versucht, eine Erzählung zu stabilisieren, obwohl sich der strategische Schwerpunkt bereits außerhalb der Reichweite der USA verschoben hat.
18/10/2025
Hitlerismus, Trumpismus, Netanjah(u)ismus, Le-Penismus, Macronismus: ein vergleichender und expressionistischer Ansatz von Emmanuel Todd
Franz. Original, 13. 10. 2025
Übersetzt von Tlaxcala
Die Verweise auf die 1930er Jahre häufen sich. Die Degeneration der US-amerikanischen Demokratie scheint uns zu der der Weimarer Republik zurückzuführen. Trump führt uns durch seine Lust an Gewalt und Lüge, durch die Ausübung des Bösen, unwiderstehlich zu Hitler zurück. In Europa zwingt uns der Aufstieg von Bewegungen, die als rechtsradikal kategorisiert werden, zu dieser Rückkehr zu unserer Geschichte.
Die westlichen Gesellschaften ähneln jedoch kaum mehr
dem, was sie in den 1930er Jahren waren. Sie sind überaltert, konsumorientiert,
tertiär; die Frauen sind emanzipiert; persönliche Entfaltung hat die
parteipolitische Bindung ersetzt. Was hat das mit den Gesellschaften der
dreißiger Jahre zu tun: jung, genügsam, industriell, proletarisch, männlich,
parteigebunden? Gerade diese sozial-historische Distanz hatte mich bis heute
dazu veranlasst, die Parallele zwischen den „Rechtenextremen“ der Gegenwart und
denen der Vergangenheit a priori für ungültig zu halten. Doch politische
Doktrinen existieren, heute wie gestern, und man kann sich nicht damit
begnügen, die Unmöglichkeit etwa eines Altersnazismus, eines konsumistischen
Franquismus, eines Faschismus befreiter Frauen oder eines Feuerkreuzler-LGBTismus
zu postulieren.
Es ist an der Zeit, die Doktrinen unserer Gegenwart mit
denen der 1930er Jahre zu vergleichen. Hier die Skizze dessen, was eine
vergleichende Studie von fünf historischen Phänomenen sein könnte: Hitlerismus,
Trumpismus, Netanjah(u)ismus, Le-Penismus. Am Ende füge ich kurz den
Macronismus hinzu. Der zentristische und europäistische Extremismus, der
Frankreich ins Chaos führt, zwingt uns zu dieser Prüfung. Ist dieser
Extremismus wirklich so zentristisch?
Es handelt sich um einen impressionistischen Ansatz, ohne
Anspruch auf Vollständigkeit oder auch nur Stringenz, dessen Ziel es ist,
Fährten zu legen, nicht zu schließen. Ich überzeichne Striche und Farben, um
die Konzepte zueinander in Beziehung zu setzen. Ich übertreibe bewusst, um eine
sich beschleunigende Geschichte einzuholen oder gar vorwegzunehmen.
„Expressionistischer Ansatz“ wäre vielleicht eine passendere Metapher.
Beginnen wir mit der allgemeinen Dimension von Rassismus
oder Fremdenfeindlichkeit.
Die Abweisung eines „Anderen“, der als außerhalb der
nationalen Gemeinschaft definiert wird – mit sehr unterschiedlichen
Intensitätsgraden –, ist dem Hitlerismus, dem Trumpismus und dem Le-Penismus
gemeinsam. Im Fall des Hitlerismus und des Trumpismus ist es der – explizite
oder implizite – Begriff des Rassismus, der gemeinsam ist. Juden galten im
Nationalsozialismus biologisch als „Rasse“. Schwarze, jene kaum verdeckten
Zielscheiben der trumpisierten Republikanischen Partei, werden ebenfalls
biologisch definiert. Dem Le-Penismus hingegen können wir nur den Begriff der
Xenophobie zuordnen. Araber oder Muslime werden über ihre Kultur definiert. Ein
Merkmal der französischen Fixierung auf Einwanderung bleibt ihre Obsession mit
dem Islam und ihre Unfähigkeit, Schwarze ins Visier zu nehmen, deren
massenhafte Ankunft jedoch das neue Element des Migrationsprozesses ist. Die
Quote der Mischehen schwarzer Frauen ist in Frankreich sehr hoch; in den USA
bleibt sie unbedeutend.
Ein den westlichen „Populismen“ gemeinsames Merkmal ist
natürlich ihre Ablehnung der Einwanderung: Reform UK, die Sverigedemokraterna
(Schwedendemokraten), die AfD, Viktor Orbán in Ungarn, Recht und Gerechtigkeit
in Polen, Giorgia Meloni in Italien bestehen – wie Trump oder Le Pen – die
Prüfung dieses gemeinsamen Nenners. Reicht das aus, um sie als „rechtsextrem“
zu definieren, in dem Sinne, wie Nationalsozialismus und Faschismus
rechtsextrem waren? Ich glaube nicht. Ein entscheidender Unterschied stellt den
heutigen Populismus der hitler- oder mussolinischen Rechten gegenüber:
Nationalsozialismus und Faschismus waren expansionistisch, mit dem Ziel, die
Macht des deutschen (arischen) bzw. italienischen (römischen) Volkes nach außen
zu projizieren. Sie waren aggressiv, nationalistisch, erobernd. Sie stützten
sich auf Massenparteien. Man mag sich kaum vorstellen, dass die heutigen
Populisten Nürnberger Aufmärsche organisieren. Die „Saucisson-Pinard“[Wurst und
Wein]-Aperitifs des RN sind gewiss antimuslimisch, aber doch weniger
eindrucksvoll als die kriegerischen Zeremonien der Nazis. Von Nürnberg nach
Hénin-Beaumont? Wirklich?
Der einzige westliche Populismus, der heute den
Expansionismus-Test zu 100 % bestünde, wäre der Netanyahus. Siedlungen im
Westjordanland, Genozid in Gaza: eine Verbindung zwischen Hitlerismus und
Netanjah(u)ismus herzustellen – ist unvermeidlich.
Die französischen, britischen, schwedischen, finnischen,
polnischen, ungarischen, italienischen Fremdenfeindlichkeiten sind – im
Gegensatz zu Nazismus und Faschismus – defensiv. Wir haben es nicht mit Völkern
zu tun, die erobern wollen, sondern mit Völkern, die Herren im eigenen Haus
bleiben wollen. Darum überwiegt heute in Europa die kulturelle Dimension
gegenüber der rassischen, und deshalb kann man hier nur von Xenophobie
sprechen. Diese Xenophobie ist konservativ, während der Hitler-Rassismus revolutionär
war, weil er die soziale Ordnung umstülpte. Der Begriff des Nationalismus passt
daher nicht auf die heutigen europäischen Populismen, ebenso wenig der Begriff
„extreme Rechte“ – oder wir müssten Oxymora wie „moderater Nationalismus“ und
„moderate extreme Rechte“ einführen. Ich spreche lieber von „Volkskonservatismus“.
Ich persönlich befürworte kontrollierte Einwanderung,
muss jedoch die Legitimität dieser Xenophobie anerkennen, weil ich das Axiom
akzeptiere, dass eine menschliche Gruppe, die eine Kultur trägt und sich als
Kollektiv bewusst ist – kurz: ein Volk – das Recht hat, weiter existieren zu
wollen. Konkret: Ein Volk kann seine Grenzen kontrollieren. Der Nazismus mit
seinen Soldaten von Atlantik bis Wolga, die andere Völker unterwerfen oder
ausrotten sollten, war etwas völlig anderes.
„Trump: Der neue Führer … Hitlers gefährlicher demagogischer Erbe“, ein Buch des ägyptischen Autors Taher Chalabi aus dem Jahr 2017, auf dem Ständer eines Trödlers in Tunis
Der Trumpismus stellt eine Mischform dar, weil er ein
zentrales defensives, anti-immigrantisches Element mit einem starken
Aggressionspotenzial nach außen verbindet. Es handelt sich nicht im
eigentlichen Sinne um Expansionismus. Es ist die vorangegangene Expansion des US-amerikanischen
Militärapparats und die Rolle des Dollars in der imperialen Ausbeutung, die die
gewaltsamen trumpistischen Handlungen gegen andere Völker und Nationen
ermöglichten: Venezuela, Iran, uns – die unterworfenen Völker Westeuropas – und
natürlich die Araber, mit den Palästinensern als Hauptziel. Die schrittweise
Integration Israels in das Imperium seit 1967 führt dazu, dass man 2025
Trumpismus und Netanjah(u)ismus kaum noch unterscheiden kann. Aber Trump,
jenseits seiner nobelpreisreifen Faxen, ist der Hauptschuldige am Genozid in
Gaza durch seine langfristigen Ermutigungen zur israelischen Gewalt: Diese
simple Tatsache lässt den Trumpismus auf die Seite des Hitlerismus kippen.
Trump sitzt weiterhin am Steuer: US-amerikanische Gasstöße und Bremsungen
regulieren Netanjahus genozidale Aggressivität. Ich habe Glück: In dem Moment,
da ich schreibe, weicht Trump, erschreckt über die Reaktion der arabischen
Länder auf den israelischen Angriff auf Katar – zumal durch das strategische
Bündnis zwischen Saudi-Arabien und Pakistan –, zurück. Er befiehlt Netanjahu,
sich für den Bombenangriff in Katar zu entschuldigen, und dieser gehorcht.
Trump zwingt Israel zu einem Abkommen mit der Hamas, und Netanjahu
unterschreibt. Und danach? Trump ist ein Perverser – unmöglich vorauszusagen.
Der Begriff „Trumpo-Netanjah(u)ismus“, zugegeben wenig
elegant, ermöglicht es, die „jüdische Frage“ als gemeinsamen Punkt der US-amerikanischen
Krise 2000–2035 und der deutschen Krise 1920–1945 zu fassen.
Die radikal pro-israelische Haltung des Trumpismus
kaschiert meines Erachtens einen tiefsitzenden, niederträchtigen
Antisemitismus: Die Gleichsetzung aller Juden mit dem Netanjah(u)ismus – ein
historisch tatsächlich monströses Phänomen, ein Krebsgeschwür der jüdischen
Geschichte – wird nur dazu führen, die nationalsozialistische Vorstellung eines
monströsen jüdischen Volkes zu erneuern. Ich spreche hier von einem
Antisemitismus 2.0.
Mir ist bewusst, dass mir nur wenige Leser in diesem
Punkt folgen werden. Doch ich spreche hier nur wie ein gewöhnlicher Prophet des
Alten Testaments: „Wir sind nicht auserwählt worden, um auf der Seite der
Mächtigen zu stehen. Die Geschichte hört nicht auf, uns diese Falle zu
stellen.“ Wie oft glaubten Juden, durch die Starken, die Mächtigen, die
Obrigkeit, ein Imperium gerettet zu sein – ja sogar durch ein Privileg
ausgezeichnet – finanzieller Erfolg, intellektuelle Bedeutung, Gewicht in der
bolschewistischen Partei –, um schließlich wütenden Völkern zum Fraß
vorgeworfen zu werden… Mein Herz blutet, wenn ich so viele französische Juden
sehe, die sich heute auf der Seite des Knüppels wähnen und Netanjahus Politik
rechtfertigen. Doch die Kiefer einer Falle gehen auf. Durch Trumps Gnaden wird
der ganze Planet antisemitisch. Die US-amerikanischen Juden, deren Mehrheit
Netanjahus Linie ablehnt, sind weiser und gerechter. Aber schon werden Juden,
die Netanjahu ablehnen – ob akademisch oder nicht –, von der Macht verdächtigt,
Antisemiten zu sein. Die Perversion herrscht. Der Trumpismus herrscht.
Wann schnappt die Falle zu? Eines Tages werden die
christlichen Nationen unvermeidlich ihren Frieden mit 1,6 Milliarden Muslimen
machen. Dann werden die Juden von ihren Fans im Stich gelassen und, nunmehr
allein, anderen wütenden Völkern zum Fraß vorgeworfen.
Die gelobten Länder folgen aufeinander, die Katastrophen
folgen ihnen. „Einbruch der Nach“t, die frühe Erzählung von Isaac
Asimov, diesem großen US-amerikanischen Science-Fiction-Autor, scheint mir eine
Metapher für die lange Abfolge von Dramen zu sein, die die jüdische Geschichte
ausmacht: Inmitten einer mächtigen Zivilisation kündigt ein prophetischer Rest
eine geheimnisvolle Katastrophe an… sie kommt, überraschend… die Zivilisation
bricht zusammen… dann, langsam, wird sie wiedergeboren, erblüht, überraschend…
In Wahrheit validiert schon die bloße Rückkehr der
jüdischen Obsession ins Herz des Westens die Hypothese einer bedrohlichen
Kontinuität zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Zombie-Protestantismus und Nationalsozialismus,
Null-Protestantismus und Trumpismus
Die Wirtschaftskrise von 1929 war ein maßgeblicher,
wohlbekannter Faktor der Hitlerisierung Deutschlands. Sechs Millionen
Arbeitslose entzogen die deutsche Gesellschaft jeder ideologischen Rückbindung.
Die Beseitigung der Arbeitslosigkeit durch Hitler binnen weniger Monate
besiegelte das Schicksal des Liberalismus.
Der religiöse Kontext des Aufstiegs des
Nationalsozialismus, ebenso wichtig, ist weniger vertraut: Zwischen 1870 und
1930 schwand der protestantische Glaube in Deutschland – zuerst in der
Arbeiterwelt, dann in den mittleren und oberen Schichten. Die katholischen
Regionen hielten stand. 1932 und 1933 konnte die Karte der NS-Wähler somit mit
faszinierender Genauigkeit die des Luthertums reproduzieren. Der
Protestantismus glaubte nicht an die Gleichheit der Menschen. Es gab die
Auserwählten, vom Ewigen schon vor ihrer Geburt dazu bestimmt, und die
Verdammten. War der metaphysische protestantische Glaube erst verschwunden,
blieb die hysterisierte Furcht vor der Leere seines ungleichen Inhalts – mit
Juden, Slawen und so vielen anderen als Verdammten. In den Vereinigten Staaten
richtete sich der Protestantismus calvinistischer Herkunft gegen Schwarze. Das
calvinistische Volk, an die Bibel fixiert, identifizierte sich mit den
Hebräern, was den US-amerikanischen Antisemitismus der 1930er Jahre begrenzte
und Juden schützte. Nun ja… geschützt bis zum jüngsten Aufkommen der
evangelikalen Fixierung auf den Staat Israel.
Im katholischen Frankreich (insbesondere im Pariser
Becken und an der Mittelmeerküste) ließ der Zusammenbruch von Glaube und Praxis
ab 1730 die Gleichheit der Chancen auf das Paradies (durch die Taufe, die von
der Erbsünde reinigt) in die Gleichheit der Bürger und in die Emanzipation der
Juden umschlagen. Die republikanische Idee des universellen Menschen ersetzte
die des universellen katholischen Christen (katholikós bedeutet auf
Griechisch „allumfassend“). Ein ganz anderes Programm als der
Nationalsozialismus, das aber lange vor ihm die erste massive Ablösung einer
Religion durch eine Ideologie darstellte. In Revolutionsfrankreich wie im
nationalsozialistischen Deutschland überlebte jedoch das soziale und moralische
Rahmenpotenzial der Religion den Glauben: Das Individuum blieb Mitglied seiner
Nation, seiner Klasse, Träger einer Arbeitsethik und eines Pflichtgefühls
gegenüber den Mitgliedern der Gruppe. Die Fähigkeit zur kollektiven Aktion war
stark, womöglich vervielfacht. Dies nenne ich das Zombie-Stadium der Religion.
Der Nationalsozialismus entsprach diesem Zombie-Stadium, daher – leider – seine
wirtschaftliche und militärische Effektivität.
Ich könnte diese religiöse Erklärung der Ideologie durch
eine Erklärung der Religion selbst ergänzen, beeinflusst durch die zugrunde
liegenden Familienstrukturen, in Deutschland ungleich, im Pariser Becken
egalitär. Man kann sich hier jedoch mit einer Kontinuität vom Protestantismus
zum Nationalsozialismus und vom Katholizismus zur Französischen Revolution
begnügen.
Wir finden Protestantismus im Trumpismus wieder. Wir
finden dann Ungleichheit, verbunden mit Negrophobie. Wir befinden uns jedoch
nicht mehr im Zombie-Stadium der Religion, sondern in ihrem Null-Stadium. Die
gemeinsame Moral ist verschwunden. Die soziale Wirksamkeit ist verschwunden.
Das Individuum treibt, besonders in jenem Amerika mit absoluter Kernfamilienstruktur,
individualistisch und ohne klare Erbregeln. Folglich ist von der trumpistischen
Ideologie anderes zu erwarten: weiterhin Ungleichheit, aber weniger Stabilität
im Wahn, brutale Oszillationen, die nicht fundamental aus dem Gehirn eines
vulgären und niederträchtigen Präsidenten stammen, sondern aus der Gesellschaft
selbst. Die Fähigkeit zu kollektiver, wirtschaftlicher und militärischer Aktion
ist – zu unserem Glück – stark vermindert.
Man beachte beim Trumpismus das Auftreten nihilistischer
pseudo-religiöser Formen, die eine obszöne Neuinterpretation der Bibel
einschließen, etwa die Verherrlichung der Reichen. In der Dimension des
Rassismus deutlich schwächer als der Nationalsozialismus, geht der Trumpismus
in der ökonomischen Unmoral weiter.
Der Nationalsozialismus war schlicht und explizit
antichristlich. Der Trumpismus gibt sich religiös, aber in der Art eines
satanischen Kultes – durch Umkehrung der Werte. Das Böse ist das Gute, die
Ungerechtigkeit ist die Gerechtigkeit. Hitler war nur der Führer, der das
deutsche Volk zu seinem Martyrium führte; Trump ist nicht Satan, aber ich
vermute, dass für seine satanistischen Fans seine rote Kappe die des
Antichristen ist.
Beim Le-Penismus gibt es kein ungleiches protestantisches
Erbe. Darin liegt das eigentliche Rätsel des Rassemblement National:
fremdenfeindlich, ist es auf katholischem Boden entstanden. Schlimmer noch:
Seine ersten Hochburgen an der Mittelmeerküste und im Pariser Becken waren die
der Revolution – familiär egalitär und seit dem 18. Jahrhundert entchristlicht.
Und nun? Ist das Rassemblement National ungleichheitsorientiert? Egalitär?
Rätsel für uns; wahrscheinlich auch für sich selbst. Seine Ablehnung des Anderen
entspringt einem perversen Egalitarismus, der eine rasche Assimilation der
Einwanderer verlangt, statt sie ihrem Wesen nach als verschieden zu empfinden.
Vor allem aber wird das RN, so sehr es von der Ablehnung von Einwanderern und
sogar deren Kindern bestimmt ist, ständig an die französische egalitäre
Tradition erinnert, weil seine Wähler die Ultrareichen, die Mächtigen – kurz:
unsere dummen Eliten – hassen, und nicht nur die Einwanderer. Deshalb tut sich
die „Union der Rechten“ in Frankreich so schwer. In der einen oder anderen Form
wirft das Bündnis der Oligarchen mit dem (weißen) Volk gegen den Fremden in den
USA, im Vereinigten Königreich und in Skandinavien keine Probleme auf, wo
konservative Volkskräfte und die klassische Rechte leicht zusammenfinden. In
Frankreich entzieht sich die Koalition der Reichen und Armen gegen den Fremden.
Unterschätzen wir jedoch nicht die potenzielle Gewalt
einer Fremdenfeindlichkeit universalistischer Prägung. Sie kann sehr wohl in
Rassismus umschlagen. Wenn ein Mensch a priori meint, die Menschen seien
überall gleich, und er Menschen mit anderen Sitten gegenübersteht, kann er sehr
wohl folgern, dass sie keine Menschen seien.
Das RN ist das Produkt eines Katholizismus Null, so wie
die Revolution das eines Zombie-Katholizismus war. Daher wird es kein
kollektives Projekt hervorbringen. Eine detaillierte Untersuchung des RN und
seines Verhältnisses zur Zukunft verschiebe ich auf einen nächsten Text – weder
impressionistisch noch expressionistisch –, den ich ganz der inneren Logik und
der Dynamik des französischen Chaos widmen werde.
Psychiatrie der oberen Mittelschichten
Ich komme nun zu einem entscheidenden Unterschied, der
jedem klar sein sollte und von politischen Kommentatoren, die uns mit ihrem
Vokabular unablässig in die 1930er Jahre zurückverweisen, in Erinnerung zu
rufen wäre. Das Verständnis der religiösen oder nach-religiösen Dimension des
Hitlerismus, des Trumpismus oder des Le-Penismus setzte historische Kenntnisse
voraus, die man von TV-Politologen nicht verlangen kann. Dagegen können wir von
ihnen verlangen, die Ideologien der Vergangenheit und der Gegenwart sozial zu
verorten, statt sie unablässig unter dem Begriff „extreme Rechte“
gleichzusetzen. Der Unterschied zwischen Vergangenheit und Gegenwart ist hier
sehr deutlich.
Der Nationalsozialismus und die Rechtsbewegungen der
Vorkriegszeit fanden ihr soziales Epizentrum in den Mittelschichten und
besonders in der oberen Mittelschicht, die durch die Arbeiterbewegung –
sozialdemokratisch oder kommunistisch – bedroht war. Diese Mittelschichten
waren fiebrig, damit beschäftigt, ihre Frauen einzusperren und Homosexuelle zu
verfolgen. Heute finden die sogenannten rechtsradikalen Bewegungen hingegen ihr
Epizentrum in den Volksschichten, insbesondere in einer verarmten Arbeiterwelt,
erschüttert oder zerstört durch die wirtschaftliche Globalisierung, bedroht
durch Einwanderung. Die heutigen Mittelschichten, weitgehend durch höhere Bildung
und hohem Einkommen definiert, sind von der „extremen Rechten“ kaum oder gar
nicht betroffen. Sie sind besonders immun.
Deshalb spreche
ich lieber von „Volkskonservatismus“ als von „extremer Rechter“. Seine
Verankerung in der Gruppe der Beherrschten erklärt den defensiven Charakter des Volkskonservatismus. Sein Wähler stellt sich nicht als Eroberer Europas
oder der Welt vor, wenn er sein eigenes Leben als Überleben empfindet.
Der wirkliche intellektuelle Fehler wäre, hier stehen zu
bleiben. Gehen wir weiter, kehren wir sogar die Problematik der Verbindung von
Ideologie und Klasse um. Wir haben die Ideologien der Gegenwart mit denen der
Vergangenheit verglichen; vergleichen wir nun die Klassen der Gegenwart mit
denen der Vergangenheit.
Teile der europäischen Mittelschichten der
Zwischenkriegszeit verfielen dem Wahnsinn. Die Arbeiterwelt war vernünftiger.
Aber sind die heutigen Mittelschichten, insbesondere die oberen, vernünftig?
Friedfertig? Wovon träumen sie?
Sie sind verrückt. Der Aufbau eines postnationalen
Europas ist das Projekt eines Halluzinierenden, wenn man die Vielfalt des
Kontinents kennt. Er hat zur Expansion der zusammengeflickten und instabilen
Europäischen Union in den ehemaligen sowjetischen Raum geführt. Die EU ist nun russenfeindlich,
säbelrasselnd, mit einer durch ihre wirtschaftliche Niederlage gegenüber
Russland erneuerten Aggressivität. Die EU versucht, die Völker Großbritanniens,
Frankreichs, Deutschlands und so vieler anderer in einen echten Krieg
hineinzuziehen. Was für ein seltsamer Krieg wäre es, in dem die westlichen
Eliten Hitlers Traum von der Zerstörung Russlands übernommen hätten!
Der Vergleich nach sozialen Klassen ermöglicht somit
einen großen intellektuellen Durchbruch. Der Europäismus – und damit der
Macronismus – fällt durch seine äußere Aggressivität auf die Seite des
Nationalismus, auf die Seite der Rechtsbewegungen der Vorkriegszeit. Wenn wir
die zunehmend massiven und systematischen Eingriffe in die Informationsfreiheit
und die Ausübung des Volkswillens im EU-Raum hinzufügen, nähern wir uns noch
stärker dem Begriff „extreme Rechte“. Als Verbund liberaler Demokratien gegründet,
verwandelt sich Europa in einen Raum der extremen Rechten. Ja, der Vergleich
mit den 1930er Jahren ist nützlich, ja unverzichtbar.
Im grandiosen europäistischen Projekt finden wir eine
psychopathologische Dimension, die bereits im Hitlerismus zu beobachten war:
Paranoia. Die europäistische Paranoia konzentriert sich auf Russland. Die der
Nazis machte die „jüdische Bedrohung“ zur Priorität, ohne den russischen
Bolschewismus (sogenannter „Judeo-Bolschewismus“) zu vernachlässigen.
Heute wie gestern können wir also eine Psychopathologie
der europäischen Führungsschichten analysieren. Die bizarre Sequenz, die mit
Trumps Wahl begann – und mit dem Willen des labilen Präsidenten, mit Putin zu
sprechen –, erlaubte uns, die Realitätsflucht unserer eigenen Führungen live zu
verfolgen. Fassen wir unseren Wahnprozess zusammen. Er begann um 2014, vor,
während und nach Maidan, jenem Staatsstreich, der die Ukraine zersetzte –
gelenkt von US-amerikanischen und deutschen Strategen. Nun das Weitere:
- 2014–2022: Provozieren wir Russland, das
gewarnt hatte, es werde die Annexion der Ukraine durch EU und NATO nicht
dulden.
Geschehen. Putin ist in die Ukraine einmarschiert. - 2022–2025: Verlieren wir den für uns daraus
folgenden Wirtschaftskrieg.
Geschehen. Unsere Gesellschaften implodieren. - 2022–2025: Verlieren wir den eigentlichen
Krieg, den das Kiewer Regime in unserem Auftrag führt.
Läuft zur Zeit.
Der Umschaltpunkt der europäischen Regierungen in eine
Parallelrealität beginnt 2025.
- Leiten wir aus unserer Niederlage die Idee ab,
wir könnten nun endlich unseren Willen durchsetzen und unsere Truppen in
der Ukraine stationieren, um das, was übrig bleibt, der EU einzuverleiben.
Wie ließe sich da nicht an Hitler denken, der 1945 in seinem Bunker eingeschlossen
Armeen befahl, die es nicht mehr gab.
Wir haben es heute in Europa mit Verrückten zu tun – oder
besser: mit einem kollektiven Wahnsinn, der massenhaft Individuen der
gesellschaftlich herrschenden Kreise erfasst hat. Allein in Frankreich
beteiligen sich Tausende Journalisten, Politiker, Akademiker, Unternehmer, hohe
Beamte an der kollektiven Halluzination eines Russlands, das Europa erobern
wolle (Paranoia). Dies oder jenes Individuum kann nicht persönlich
verantwortlich gemacht werden. Wir haben es mit einer kollektiven psychischen
Dynamik zu tun.
Ich bin überzeugt, dass die Verkleinerung des
Individuums, geboren aus dem Nullzustand der Religion, die Entstehung dieser
russenfeindlichen Schwärme erklärt.
Wie ich in Les Luttes de classes en France au XXIème
siècle erläutert habe, führte das Verschwinden kollektiver Glaubenssysteme
– religiöser und dann ideologischer des religiösen Zombie-Zustands – zu einem
Einbruch des menschlichen Über-Ichs. Anders als die Kämpfer für die Befreiung
des Ichs definiere ich das Über-Ich nicht nur oder vorwiegend als repressiv.
Das Über-Ich, als Ideal des Ichs, verankert im Menschen positive moralische und
soziale Werte. Begriffe wie Ehre, Mut, Gerechtigkeit, Ehrlichkeit finden ihren
Ursprung und ihre Kraft im Über-Ich. Schwächt es sich, schwächen sie sich.
Verschwindet es, verschwinden sie. Der Mensch ist also durch das Ende von
Religion und Ideologien letztlich nicht befreit, sondern im Gegenteil
geschwächt worden. Es sind hochgebildete, aber moralisch und intellektuell
geschrumpfte Männer und Frauen – geschrumpft durch den Nullzustand der Religion
–, die massenhaft Träger der russenfeindlichen Pathologie sind.
Die nationalsozialistischen Antisemiten hatten eine ganz
andere psychische Konstitution. Der „Tod Gottes“, um mit Nietzsche zu sprechen,
trieb sie zwar in die Suche nach einem Führer, doch mangelte es ihnen nicht an
Über-Ich, und sie blieben zu kollektiver Aktion fähig. Die tragischen
Leistungen der deutschen Armee im Zweiten Weltkrieg zeugen davon. Wer würde es
heute wagen, sich unsere oberen Mittelschichten vorzustellen, wie sie an der
Spitze ihrer Völker dem Tod entgegen nach Kiew und Charkiw eilen würden? Unser
Ukraine-Krieg ist zum Lachen – ein Produkt der Emanzipation des Ichs, Tochter
der Persönlichkeitsentwicklung. Sterben werden nur Ukrainer und Russen.
Es sei denn…
Thermonukleare Austausche kommen ohne Helden aus.
9. Oktober 2025
Lesen Sie auch
Hitlerismo, trumpismo, netanyah(u)ismo, lepenismo, macronismo: un enfoque comparativo y expresionista, por Emmanuel Todd
Original francés English version
Traducido por Tlaxcala
Las referencias a los años 1930 se multiplican. La degeneración de la democracia usamericana parece devolvernos a la de la república alemana de Weimar. Trump, por su goce en la violencia y la mentira, por el ejercicio del mal, nos lleva irremisiblemente a Hitler. En Europa, el ascenso de movimientos catalogados como de extrema derecha nos obliga a ese regreso a nuestra historia.
Sin embargo, las sociedades occidentales ya no se parecen
mucho a lo que eran en los años treinta. Están envejecidas, de consumo,
terciarizadas; las mujeres están emancipadas; el desarrollo personal ha
reemplazado a la adhesión partidaria. ¿Qué relación con las sociedades de los
años treinta: jóvenes, frugales, industriales, obreras, masculinas, afiliadas a
partidos? Fue esta distancia socio-histórica la que me llevó, hasta ahora, a
considerar a priori inválido el paralelo entre las “extremas derechas” del
presente y las del pasado. Pero las doctrinas políticas existen, hoy como ayer,
y no podemos limitarnos a postular la imposibilidad, por ejemplo, de un nazismo
de ancianos, de un franquismo de consumidores, de un fascismo de mujeres
emancipadas o de un LGBTismo Cruces-de-Fuego.
Ha llegado el momento de comparar las doctrinas de
nuestro presente con las de los años treinta. Aquí está el esbozo de lo que
podría ser el estudio comparativo de cinco fenómenos históricos: el hitlerismo,
el trumpismo, el netanyah(u)ismo, el lepenismo. Añadiré, brevemente al final
del recorrido, el macronismo. El extremismo centrista y europeísta que conduce
a Francia al caos nos obliga a este examen. ¿Es este extremismo tan centrista
como parece?
Se tratará de un enfoque impresionista, sin pretensión de
exhaustividad ni siquiera de coherencia, cuyo objetivo es abrir pistas, no
concluir. Fuerzo los rasgos y los colores para situar los conceptos unos en
relación con otros. Exagero a propósito, para alcanzar o incluso anticipar una
historia que se acelera. Una aproximación expresionista sería quizá una
metáfora más apropiada.
Comencemos por la dimensión general del racismo o la
xenofobia.
El rechazo de un “otro” definido como exterior a la
comunidad nacional, con niveles de intensidad muy variables, es común al
hitlerismo, al trumpismo y al lepenismo. En el caso del hitlerismo y del
trumpismo, es la noción de racismo, explícita o implícita, la que es común. Los
judíos eran considerados por el nazismo como constituyendo una raza, en el
sentido biológico. Los negros, esos objetivos apenas escondidos del partido
republicano trumpizado, también se definen biológicamente. En el lepenismo, en
cambio, solo podemos asociar el concepto de xenofobia. Árabes o musulmanes se
definen por su cultura. Una de las características de la obsesión francesa por
la inmigración sigue siendo su fijación en el Islam y su incapacidad para
señalar a los negros, cuya llegada masiva, sin embargo, es el elemento nuevo
del proceso migratorio. La tasa de matrimonios mixtos entre mujeres negras es
muy elevada en Francia; sigue siendo insignificante en USA.
Un rasgo común a los «populismos» occidentales es, por
supuesto, su rechazo a la inmigración: Reform UK, los Sverigedemokraterna
(Demócratas de Suecia), la AfD, Viktor Orbán en Hungría, Ley y Justicia en
Polonia, Giorgia Meloni en Italia, pasan, como Trump o Le Pen, la prueba de
este denominador común. ¿Basta eso para definirlos como de extrema derecha, en
el sentido de que el nazismo y el fascismo eran de extrema derecha? No lo creo.
Una diferencia capital opone el populismo de hoy a la extrema derecha de tipo
hitleriano o mussoliniano: el nazismo y el fascismo eran expansionistas, con el
objetivo de proyectar hacia fuera el poder del pueblo alemán (ario) o italiano
(romano). Eran agresivos, nacionalistas, conquistadores. Se apoyaban en
partidos de masas. Es difícil imaginar a los populistas actuales organizando
desfiles al estilo de Núremberg. Los aperitivos saucisson-pinard [pancho-escabio] del RN son ciertamente
antimusulmanes pero, aun así, menos impresionantes que las ceremonias guerreras
hitlerianas. ¿De Núremberg a Hénin-Beaumont? ¿En serio?
El único populismo occidental que hoy pasaría al 100% la
prueba del expansionismo sería el de Netanyahu. Colonias en Cisjordania,
genocidio en Gaza: establecer un vínculo entre hitlerismo y netanyah(u)ismo es
inevitable.
Las xenofobias francesa, británica, sueca, finlandesa,
polaca, húngara, italiana son, al contrario del nazismo y el fascismo,
defensivas. No nos enfrentamos a pueblos que quieren conquistar sino a pueblos
que quieren seguir siendo los amos en su casa. Por eso la dimensión cultural
prepondera hoy en Europa sobre la noción racial y por qué solo podemos hablar
aquí de xenofobia. Esta xenofobia es conservadora, mientras que el racismo
hitleriano era revolucionario porque trastornaba la organización social. La noción
de nacionalismo por tanto no se aplica a los populismos europeos actuales, ni
la de extrema derecha tampoco, o tendremos que introducir oxímoros como “nacionalismo
moderado” y “extrema derecha moderada”. Prefiero hablar de conservadurismo
popular.
Personalmente favorable a una inmigración controlada,
debo admitir la legitimidad de esta xenofobia porque acepto el axioma de que un
grupo humano portador de una cultura, consciente de existir como colectividad,
en suma un pueblo, tiene derecho a querer seguir existiendo. Concretamente: un
pueblo puede controlar sus fronteras. El nazismo, con sus soldados instalados
del Atlántico al Volga para esclavizar o exterminar a otros pueblos, era algo
totalmente distinto.
El trumpismo representa una forma mixta porque combina un elemento central defensivo, antiinmigración, con un fuerte potencial de agresión hacia el mundo exterior. No se trata estrictamente de expansionismo. Es la expansión previa del aparato militar usamericano y el papel del dólar en la depredación imperial lo que hizo posibles los actos trumpianos violentos dirigidos contra otros pueblos y naciones: Venezuela, Irán, nosotros, los pueblos sujetos de la Europa occidental, y por supuesto los árabes, con los palestinos como objetivo principal. La integración progresiva de Israel en el Imperio, a partir de 1967, hace que en 2025 ya no se pueda distinguir mucho entre trumpismo y netanyah(u)ismo. Pero Trump, más allá de sus payasadas nobelizables, es de hecho el principal culpable del genocidio en Gaza por sus largos estímulos a la violencia israelí: este hecho tan simple sitúa al trumpismo del lado del hitlerismo. Trump sigue al volante: acelerones y frenazos usamericanoss regulan la agresividad genocida de Netanyahu. Tengo suerte: en el momento en que escribo, Trump, asustado por la reacción de los países árabes al asalto israelí a Qatar, y en particular por la alianza estratégica entre Arabia Saudí y Pakistán, retrocede. Ordena a Netanyahu que se disculpe por el bombardeo en Qatar y este obedece. Trump impone a Israel un acuerdo con Hamás y Netanyahu firma. ¿Y luego? Trump es un perverso, imposible de decir.
El concepto de trumpo-netanyah(u)ismo, bastante feo lo
admito, permite aprehender la cuestión judía como punto común a la crisis usamericana
de 2000–2035 y a la crisis alemana de 1920–1945.
La postura pro-Israel radical del trumpismo oculta, a mi
juicio, un antisemitismo visceral y vicioso: la identificación de todos los
judíos con el netanyah(u)ismo, fenómeno históricamente monstruoso, chancro en
la historia judía, solo conducirá a renovar la concepción nazi de un pueblo
judío monstruoso. Hablo aquí de antisemitismo 2.0.
Soy consciente de que pocos lectores me seguirán en este
punto. Pero no hago más que hablar aquí como un vulgar profeta del Antiguo
Testamento. “No fuimos elegidos para estar del lado de los poderosos. La
historia no cesa de tendernos esta trampa”. ¿Cuántas veces los judíos se
creyeron salvados por los fuertes, por los poderosos, por el poder, por un
imperio, incluso designados por un privilegio — el éxito financiero, la
importancia intelectual, la importancia en el partido bolchevique — para ser
finalmente arrojados como alimento a pueblos furiosos… Me sangra el corazón al
ver a tantos judíos franceses, que hoy se creen con la sartén por el mango,
justificar la política de Netanyahu. Pero son las mandíbulas de una trampa las
que se están abriendo. Por gracia de Trump, todo el planeta se vuelve
antisemita. Los judíos usamericanoss, cuya mayoría rechaza la línea Netanyahu,
son más sabios y más justos. Pero, ya, los judíos hostiles a Netanyahu,
académicos o no, son sospechados por el poder de ser antisemitas. La
perversidad reina. El trumpismo reina.
¿Cuándo se cerrará la trampa? Algún día, inevitablemente,
las naciones cristianas harán las paces con 1.600 millones de musulmanes.
Entonces los judíos serán abandonados por sus fans y, ahora solos, arrojados
como alimento a otros pueblos furiosos.
Las tierras prometidas se suceden, los desastres las
siguen. “Anochecer”, el relato temprano de Isaac Asimov, ese gran autor usamericano
de ciencia ficción, me parece una metáfora de la larga sucesión de dramas que
constituye la historia judía: dentro de una civilización poderosa, un resto de
profecía anuncia una misteriosa catástrofe… llega, sorprendente… la
civilización se derrumba… luego, lentamente, renace, florece… un resto de
profecía anuncia una misteriosa catástrofe… llega, sorprendente…
En verdad, el mero regreso de la obsesión judía al
corazón de Occidente valida la hipótesis de una continuidad amenazante entre el
pasado y el presente.
Protestantismo zombi y nazismo, protestantismo cero y
trumpismo
La crisis económica de 1929 fue un factor decisivo, muy
conocido, de la hitlerización de Alemania. Seis millones de desempleados
hicieron que la sociedad alemana escapara a cualquier fuerza de recuerdo
ideológico. La liquidación del desempleo por Hitler en unos meses selló el
destino del liberalismo.
El contexto religioso del ascenso del nazismo, igualmente
importante, es menos familiar: entre 1870 y 1930 la fe protestante se
desvaneció en Alemania, primero en el mundo obrero, luego en las clases medias
y altas. Las regiones católicas resistieron. En 1932 y 1933, el mapa del voto
nazi pudo por tanto reproducir, con una exactitud fascinante, el del
luteranismo. El protestantismo no creía en la igualdad de los hombres. Había
los elegidos, designados como tales por el Eterno antes incluso de su nacimiento,
y los condenados. Una vez desaparecida la creencia protestante metafísica, lo
que quedó fue la histerización por miedo al vacío de su contenido desigual, con
los judíos, los eslavos y tantos otros como los condenados. En USA, el
protestantismo de origen calvinista se dirigió contra los negros. El pueblo
calvinista, fijado en la Biblia, se identificaba con los hebreos, lo que limitó
el antisemitismo usamericano de los años treinta y puso a los judíos a salvo.
En fin… a salvo hasta la reciente emergencia de la fijación evangélica sobre el
Estado de Israel.
En la Francia católica (en la Cuenca parisina y en la
fachada mediterránea particularmente), el hundimiento de la fe y de la práctica
hizo, a partir de 1730, mutar la igualdad de posibilidades de acceso al paraíso
(obtenida por el bautismo, que lava el pecado original) en igualdad de
ciudadanos y en emancipación de los judíos. La idea republicana del hombre
universal reemplazó a la del cristiano católico universal (katholikos
significa universal en griego). Un programa totalmente distinto al nazismo pero
que había representado, mucho antes que él, el primer reemplazo masivo de una
religión por una ideología. En la Francia revolucionaria como en la Alemania
nazi, sin embargo, el potencial de encuadramiento social y moral de la religión
había sobrevivido a la creencia: el individuo seguía siendo miembro de su
nación, de su clase, portador de una ética del trabajo y del sentimiento de
obligaciones hacia los miembros del grupo. La capacidad de acción colectiva era
fuerte, tal vez multiplicada. Esto es lo que llamo estadio zombi de la
religión. El nazismo correspondía a ese estadio zombi, de ahí,
desgraciadamente, su eficacia económica y militar.
Podría completar esta explicación religiosa de la
ideología con una explicación de la propia religión, influenciada por las
estructuras familiares subyacentes, desiguales en Alemania e igualitarias en la
Cuenca parisina. Pero aquí basta con una continuidad del protestantismo al
nazismo y del catolicismo a la Revolución francesa.
Encontramos protestantismo en el trumpismo. Encontramos
entonces la desigualdad asociada a la negrofobia. Ya no estamos, sin embargo,
en el estadio zombi de la religión sino en su estadio cero. La moral común ha
desaparecido. La eficacia social ha desaparecido. El individuo flota,
particularmente en esa USAmérica de estructura familiar nuclear absoluta,
individualista y sin una regla de herencia bien definida. Por tanto, hay que
esperar otra cosa como ideología trumpista: la desigualdad sigue, pero menos
estabilidad en el delirio, oscilaciones brutales que no provienen
fundamentalmente del cerebro de un presidente vulgar y vicioso sino de la
propia sociedad. La capacidad de acción colectiva, económica y militar es, por
suerte para nosotros, muy disminuida.
Observemos en el caso del trumpismo la aparición de
formas pseudo-religiosas nihilistas que incluyen una reinterpretación obscena
de la Biblia, como una glorificación de los ricos. Claramente más débil que el
nazismo en la dimensión del racismo, el trumpismo va más lejos en la
inmoralidad económica.
El nazismo era simplemente y explícitamente
anticristiano. El trumpismo se quiere religioso pero a la manera de un culto
satánico, por la inversión de valores. El mal es el bien, la injusticia es la
justicia. Hitler no fue más que el Führer, guía del pueblo alemán hacia su
martirio; Trump no es Satanás pero sospecho que para sus fans satanistas su
gorra roja es la del Anticristo.
En el caso del lepenismo, no hay herencia protestante
desigual. He ahí el verdadero misterio del Rassemblement National: xenófobo,
nació en suelo católico. Peor aún, sus primeras zonas de fuerza, en la fachada
mediterránea y en la Cuenca parisina, fueron las de la Revolución: igualitarias
en lo familiar y descristianizadas desde el siglo XVIII. ¿Entonces? ¿Es el
Rassemblement National desigual? ¿Igualitario? Misterio para nosotros, el RN
probablemente lo sea también para sí mismo. Su rechazo del otro resulta de un
igualitarismo perverso que exige una rápida asimilación de los inmigrantes más
que sentirlos como diferentes en esencia. Sobre todo, el RN, fuertemente
determinado por el rechazo a los inmigrantes, e incluso a sus hijos, no deja de
ser constantemente recordado a la tradición igualitaria francesa porque sus
electores odian a los ultrarricos, a los poderosos, en suma a nuestras élites
imbéciles, y no solo a los inmigrantes. Por eso la unión de las derechas tiene
dificultades para concretarse en Francia. De una forma u otra, la unión de
oligarcas y pueblo (blanco) contra el extranjero no plantea problemas ni en USA,
ni en Reino Unido, ni en Escandinavia, donde las fuerzas populares
conservadoras y las de la derecha clásica se entienden con facilidad. En
Francia, la coalición de ricos y pobres contra el extranjero se escabulle.
No subestimemos, sin embargo, la violencia potencial de
una xenofobia de esencia universalista. Puede muy bien convertirse en racismo.
Si un hombre piensa a priori que los hombres son iguales en todas partes y se
encuentra frente a hombres portadores de costumbres distintas, puede
perfectamente concluir que no son hombres.
El RN es el producto de un catolicismo cero, como la
Revolución lo fue de un catolicismo zombi. Por eso no dará a luz a ningún
proyecto colectivo. Remito el examen detallado del RN y de su relación con el
futuro a un próximo texto, ni impresionista ni expresionista, que dedicaré por
entero a la lógica interna y a la dinámica del caos francés.
Psiquiatría de las clases medias superiores
Llego ahora a una diferencia capital, que debería ser
evidente para todos y recordada por los comentaristas políticos que nos remiten
sin cesar a 1930 con su vocabulario. Comprender la dimensión religiosa, o
posreligiosa, del hitlerismo, del trumpismo o del lepenismo, presuponía
conocimientos históricos que no se pueden exigir a los politólogos de plató.
Por el contrario, podemos exigirles que sepan situar socialmente las ideologías
del pasado y del presente, que dejen de acercarlas sin cesar bajo el término de
extrema derecha. La diferencia entre pasado y presente es aquí muy clara.
El nazismo y los movimientos de extrema derecha de antes
de la guerra encontraban su epicentro social en las clases medias y
particularmente medias superiores, amenazadas por el movimiento obrero,
socialdemócrata o comunista. Estas clases medias estaban febriles, muy ocupadas
en encerrar a sus mujeres y perseguir a los homosexuales. Hoy, los movimientos
llamados de extrema derecha encuentran, por el contrario, su epicentro en los
ámbitos populares, particularmente en un mundo obrero empobrecido, conmocionado
o destruido por la globalización económica, amenazado por la inmigración. Las
clases medias de hoy, ampliamente definidas por la educación superior e
ingresos elevados, están poco o nada afectadas por la “extrema derecha”. Están
particularmente inmunes.
Por eso prefiero hablar de conservadurismo popular más
que de extrema derecha. Su anclaje en el grupo de los dominados explica el
carácter defensivo del conservadurismo popular. Su elector no se imagina
conquistador de Europa o del mundo si piensa su propia vida como una
supervivencia.
El verdadero error intelectual sería quedarse ahí.
Continuemos avanzando, incluso revertimos la problemática de la asociación
entre ideología y clase. Hemos comparado las ideologías del presente con las
del pasado, comparemos ahora las clases del presente con las del pasado.
Algunas clases medias europeas del período de
entreguerras enloquecieron. El mundo obrero fue más razonable. ¿Pero las clases
medias de hoy, particularmente medias superiores, son razonables? ¿Son
pacíficas? ¿Cuáles son sus sueños?
Están locas. La construcción de una Europa posnacional es
un proyecto de un alucinado cuando se conoce la diversidad del continente. Ha
conducido a la expansión de la Unión Europea, remendada e inestable, en el
antiguo espacio soviético. La UE es ahora rusófoba, belicista, con una
agresividad renovada por su derrota económica frente a Rusia. La UE intenta
arrastrar a los pueblos británico, francés, alemán y tantos otros a una guerra
real. ¡Pero qué guerra extraña sería aquella en la que las élites occidentales
hubieran adoptado el sueño hitleriano de destruir a Rusia!
La comparación por clases sociales nos permite, por
tanto, una avance intelectual mayor. El europeísmo, y por tanto el macronismo,
caen, por su agresividad exterior, del lado del nacionalismo, del lado de la
extrema derecha de antes de la guerra. Si añadimos las entorsis a la libertad
de información y a la expresión del sufragio popular, cada vez más masivas y
sistemáticas en el espacio de la UE, nos acercamos aún más a la noción de
extrema derecha. Fundada como asociación de democracias liberales, Europa muta
en un espacio de extrema derecha. Sí, la comparación con los años treinta es
útil, indispensable incluso.
Encontramos en el grandioso proyecto europeísta una
dimensión psicopatológica ya observable en el hitlerismo: la paranoia. La
paranoia europeísta se concentra en Rusia. La de los nazis hacía de la amenaza
judía una prioridad, sin por ello descuidar el bolchevismo ruso (el llamado judeo-bolchevismo).
Hoy como ayer podemos por tanto analizar una
psicopatología de las clases dirigentes europeas. La secuencia extraña iniciada
por la elección de Trump, con la voluntad del presidente inestable de dialogar
con Putin, nos permitió seguir en directo la salida de la realidad de nuestros
dirigentes. Resumamos nuestro proceso delirante. Comenzó hacia 2014, antes,
durante y después de Maidán, ese golpe de Estado que desintegró Ucrania, golpe teledirigido
por estrategas usamericanos y alemanes. El resto ahora:
- 2014–2022:
Provocar a Rusia que había advertido que no toleraría la anexión de
Ucrania por la Unión Europea y la OTAN.
Se hizo. Putin invadió Ucrania. - 2022–2025:
Perder la guerra económica que resultó para nosotros.
Se hizo. Nuestras sociedades implosionan. - 2022–2025:
Perder la guerra en el sentido estricto librada por nosotros por el
régimen de Kiev.
Está en curso.
El desplazamiento de los gobiernos europeos hacia una
realidad paralela comienza en 2025.
- Saquemos
de nuestra derrota la idea de que finalmente podemos imponer nuestra
voluntad e instalar nuestras tropas en Ucrania, para anexionar a la UE lo
que quede. Pero ¿cómo no pensar en Hitler encerrado en su búnker en 1945,
dando órdenes a ejércitos que ya no existen?
Hoy tenemos en Europa que lidiar con locos, o más bien
con una locura colectiva que ha abrazado en masa a individuos de los ámbitos
sociales dominantes. Solo en Francia, miles de periodistas, políticos,
académicos, empresarios, altos funcionarios, participan en la alucinación
colectiva de una Rusia que querría conquistar Europa (paranoia). Tal o cual
individuo no podría ser considerado personalmente responsable. Estamos ante una
dinámica psíquica colectiva.
Estoy convencido de que la disminución del individuo
nacida del estado cero de la religión explica el nacimiento de estos bancos de
peces rusófobos.
Como expliqué en Les Luttes de classes en France au
XXIème siècle, la desaparición de las creencias colectivas —
creencias religiosas y luego creencias ideológicas del estado religioso zombi —
condujo a un hundimiento del superyó humano. A diferencia de los militantes de
la liberación del yo, no defino el superyó como solo o incluso principalmente
represivo. El superyó, como ideal del yo, ancla en la persona valores morales y
sociales positivos. Las nociones de honor, coraje, justicia, honestidad
encuentran su origen y su fuerza en el superyó. Si se debilita, se debilitan.
Si desaparece, desaparecen. El hombre no ha sido al final liberado por el fin
de la religión y de las ideologías sino, por el contrario, disminuido. Son
hombres y mujeres muy bien educados pero moral e intelectualmente encogidos por
el estado cero de la religión los que, en masa, son portadores de la patología
rusófoba.
Los antisemitas nazis tenían una constitución psíquica
totalmente distinta. La muerte de Dios, para hablar como Nietzsche, les había
lanzado a la búsqueda de un Führer pero no estaban en déficit de superyó y
seguían siendo capaces de acción colectiva. Las trágicas prestaciones del
ejército alemán durante la Segunda Guerra Mundial dan testimonio de ello.
¿Quién se atrevería hoy a imaginar a nuestras clases medias superiores
corriendo hacia la muerte, a la cabeza de sus pueblos, hacia Kiev y Járkov?
Nuestra guerra en Ucrania es para reír, producto de la emancipación del yo,
hija del desarrollo personal. Solo morirán ucranianos y rusos.
A menos que…
Los intercambios termonucleares pueden prescindir de
héroes.
9 de
octubre de 2025






