Sehr geehrter Herr Bundesminister,
mit
diesem offenen Brief wenden wir uns an Sie, um auf die seit Oktober
2024 andauernden erheblichen praktischen Folgen der Schließung der
iranischen Generalkonsulate in München, Frankfurt am Main und Hamburg
aufmerksam zu machen.
Seit
der Schließung dieser Einrichtungen sind zahlreiche Menschen mit
iranischem Hintergrund in Deutschland gezwungen, für konsularische
Angelegenheiten ausschließlich die Botschaft der Islamischen Republik
Iran in Berlin aufzusuchen. Die daraus resultierenden Belastungen
betreffen inzwischen tausende Bürgerinnen und Bürger und werfen Fragen nach der Verhältnismäßigkeit und den praktischen Auswirkungen dieser Entscheidung auf.
Unser
Anliegen ist dabei ausdrücklich bürgernaher und humanitärer Natur. Es
geht nicht um außenpolitische Bewertungen. Es geht nicht um
diplomatische Fragen. Es geht um die konkrete Lebenswirklichkeit
tausender Menschen, die in Deutschland leben und auf konsularische
Dienstleistungen angewiesen sind.
In
Deutschland leben heute mehr als 300.000 Menschen mit iranischem
Migrationshintergrund. Viele von ihnen benötigen regelmäßig
konsularische Dienstleistungen, etwa in Passangelegenheiten,
Personenstandsangelegenheiten, familienrechtlichen Angelegenheiten,
Vollmachtsverfahren oder anderen behördlichen Angelegenheiten.
Mit der Schließung der Generalkonsulate in
München, Frankfurt am Main und Hamburg wurde die gesamte konsularische
Betreuung faktisch auf die Botschaft in Berlin konzentriert. Für
zahlreiche Betroffene bedeutet dies weite Anreisen aus allen Teilen
Deutschlands, oftmals verbunden mit erheblichem organisatorischem und
finanziellem Aufwand.
Nach den Erfahrungen vieler Betroffener ist die Konsularabteilung der Botschaft seitdem dauerhaft
stark ausgelastet. Lange Wartezeiten, überfüllte Warteräume und
Schwierigkeiten bei der Terminvergabe gehören inzwischen für viele
Besucherinnen und Besucher zum Alltag. Nicht selten sind mehrtägige
Aufenthalte in Berlin erforderlich, wodurch zusätzliche Reise- und
Übernachtungskosten entstehen.
Besonders belastend ist diese Situation für ältere Menschen, Familien mit kleinen Kindern, Menschen mit Behinderungen sowie Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen. Für sie stellt jeder notwendige Behördengang eine erhebliche körperliche, organisatorische und finanzielle Herausforderung dar.
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