05/05/2021

Der „Rabbiner“ war ein geheimer christlicher Missionar: eine ultra-orthodoxe jüdische Gemeinde aus Jerusalem unter Schock

 Original: English
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Übersetzt von Milena Rampoldi

Dieser Mann gab zu, in der Vergangenheit als Missionar tätig gewesen zu sein und es nun zu „bereuen“. Seine Familie wurde nach dem Tod seiner Mutter an Krebs von der ultra-orthodoxen Gemeinde unterstützt. Der Vater war als Mohel [Beschneider] tätig; die Ermittler sagen, dass sie sich als Juden ausgaben, um sich in Israel niederzulassen.



 Die Familie Elk aus New Jersey wurde in Jerusalem zur Familie „Elkohen“. „Rabbi Michael“ hat es nach dem Tod seiner Frau Amanda geschafft, 13.000 Euro Spenden zu sammeln.

Sonntag befand sich die jüdische ultra-orthodoxe Gemeinde des Viertels von French Hill in Jerusalem vollkommen unter Schock, als sich ein bekanntes Mitglied der Gemeinde als verdeckter christlicher Missionar enttarnt hatte.

Beyneynu, eine gemeinnützige Organisation, welche die Tätigkeit der Missionare in Israel überwacht, hat Sonntag erklärt, dass sie „dem Fall des illegalen Missionars von French Hill schon seit Jahren nachging“. Sie hätte nun aber das Ziel verfolgt, ihn zu entpuppen „weil einer der Kinder des Missionars in der Schule Proselytismus betrieb“.

Die hebräischen Medien haben erklärt, dass der Mann, der öffentlich nicht identifiziert worden war, sich als Rabbiner, Kohen (Priester), Schreiber und Mohel ausgegeben hatte, der rituelle Beschneidungen durchführte.

Man hat außerdem entdeckt, dass er gar nicht aus einer jüdischen, sondern aus einer christlichen Familie aus New Jersey in den USA stammt und seine Dokumente gefälscht hatte, um nachzuweisen, dass er jüdischer Herkunft war, um gemäß dem Aliya-Gesetz nach Israel auswandern zu können.

„Wir sind überzeugt, dass die jüdischen Behörden alles zu werden, um diese Bedrohung abzuwenden und schnellstens Schutzmaßnahmen ergreifen werden, um die jüdische Gemeinde zu schützen“, so die Erklärung von Beyneynu.

Die ultra-orthodoxe Webseite Behadrei Haredim hat berichtet, dass, als die Ehefrau des vor kurzem verstorbenen Mannes vor Jahren an Krebs erkrankte, ihren Freunden vollkommen unverständliche Dinge erzählt hatte, worauf die Ermittlungen dann eingestellt wurden.

Die Ehefrau hatte nämlich zu Unrecht behauptet, die Tochter von Holocaustüberlebenden zu sein.

Die Ermittler fanden heraus, dass die Eltern der Familie in den USA keine Juden waren und missionarische Dokumente in den sozialen Medien veröffentlichten, so der Bericht. Der verstorbene Vater des Mannes war in einem nicht-jüdischen Friedhof begraben. Aus einer Todesanzeige geht hervor, dass er zur mennonitischen Kirche der Freundschaft gehörte.

Beyneynu hat erklärt, „sich eingehend mit jedem Beweismittel auseinandergesetzt zu haben, bevor er die Sache öffentlich gemacht hatte,“ ohne aber die Beweismittel im Detail anzuführen.

„Wir haben die Sache bisher nicht öffentlich gemacht, da wir nicht wollten, dass der Vater in ein anderes Viertel zieht (um seine Arbeit dort fortzusetzen). Wir verfolgten nämlich das Ziel, seine Staatsangehörigkeit aberkennen zu lassen“, hat er Behadrei Haredim Yoni Kayman, einem Mitglied der in die Ermittlung involvierten Gemeinschaft, mitgeteilt.

Yoni Kayman (Screenshot/Channel 13)

Kayman zufolge hatte der falsche Rabbiner vor kurzem auch angefangen, sich der Beweismittel zu entledigen, indem er Inhalte aus den sozialen Medien entfernte. Er hatte auch seine Töchter aus der örtlichen Religionsschule genommen. Daher wurde entschieden, die Gemeinschaft über seine Tätigkeiten in Kenntnis zu setzen.

Der Nachrichtensender Channel 13 hat Auszüge von 2011 ausgestrahlt, die den Vater zeigen, der gegenüber dem US-Fernsehen Jesus als den Messias anerkennt.

Gegenüber Channel 13 hat der Mann verneint, als verdeckter, christlicher Missionar zu arbeiten.

„Das ist eine Lüge. Ich bin als Jude geboren“, hat er erklärt. Er hat aber zugegeben, 7-8 Jahre als Missionar tätig gewesen zu sein und dies zu „bereuen“.

Die Mitglieder der Gemeinde haben ihre Entrüstung geäußert und hervorgehoben, wie sehr sie die Familie aufgenommen hatten. Außerdem wiesen sie auf die Tatsache hin, dass die Gemeinschaft nach dem Tod der Frau ein Fonds ins Leben gerufen hatte, um die Familie finanziell zu unterstützen.

„Die Familie sah vollkommen ultraorthodox aus. Er trug einen langen Bart und einen Hut, die Jungs hatten Schläfenlocken, die Töchter besuchten die Beis Yaakov-Schulen“, erklärte Kayman gegenüber dem Nachrichtensender Channel 13.

„Für Jahre lang haben wir sie unterstützt. Wir haben ihnen ihre Lebensmitteleinkäufe, die Schulbusse und alles bezahlt. Und sie haben uns betrogen“, fügte er hinzu.

Israel kann auf eine starke Unterstützung von Seiten der evangelischen Bewegungen aus den USA rechnen, aber der jüdische Staat überwacht auch die Missionsarbeit im Heiligen Land.

Obwohl das israelische Gesetz weder die Geldspende noch die Geschenken ausdrücklich verbietet, die das Ziel verfolgen, religiöse Bekehrungen zu erwirken, werden die missionarischen Tätigkeiten im Allgemeinen von den Behörden streng überwacht und gelten für zahlreiche Israelis als anstößig.

Das Gesetz verbietet außerdem „jegliche Missionstätigkeit oder Proselytenmacherei gegenüber Minderjährigen ohne die Genehmigung der Eltern.“

 

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